Viele kennen sie und etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland sind davon betroffen, Frauen leiden dreimal so häufig darunter wie Männer und schwerere Fälle können sogar schmerzhaft sein. Die Rede ist von Krampfadern, fast schon eine Volkskrankheit, die vor allem erblich bedingt ist. Neben den kleineren und weniger problematischen Besenreisern, können schwerere Fälle der so genannten Varikose zu schweren Folgeerkrankungen führen. Die Gründe für die Varikose sind vielfältig. Beispielsweise sorgt mangelnde Bewegung für die Entstehung von Krampfadern, da so das Blut nicht mehr effektiv durch die Venen geleitet wird. Daraus entstehen ausgeleierte Venenkanäle und Venenklappen versagen ihren Dienst, Blut staut sich in den betroffenen Venen an und auf längere Sicht entstehen daraus die vielerseits gefürchtet Krampfadern. Was Sie gegen die unliebsamen Begleiter tun können und wie sie ihnen vorbeugen können, verraten wir Ihnen hier!

Vorsorgen ist besser als nachsorgen!

Noch bevor die Varikose zuschlägt, kann viel gegen die Entstehung der Krankheit getan werden. Viel Bewegung ist ein erster Schritt, da so das Herzkreislaufsystem gestärkt wird, die Venen werden regelmäßig beansprucht und es kann nicht so schnell zu Ermüdungserscheinungen kommen. Die Risikofaktoren zu erkennen, ist ebenfalls ein wichtiger Schritt um Hilfe bei Krampfadern frühzeitig leisten zu können. Zu diesen gehört vor allem Übergewicht und langes Stehen in Beruf oder Freizeit. Auch Rauchen schädigt die Gefäße und wirkt sich damit positiv auf die Entstehung der Varikose aus. Nach einem langen Tag mit viel Stehen, sollten Betroffene die Beine hochlegen um damit die Venen in den Beinen zu entlasten. Das kann schon frühzeitig helfen. Besonders vor langen Autofahrten und Flugreisen ist außerdem das Tragen von Stützstrumpfhosen empfehlenswert. Damit werden die Beine gestützt und die Venen weniger stark beansprucht.

Neben diesen praktischen Tipps, lohnt es Sicht auch auf die Ernährung zu achten. Auch, wenn der direkte Einfluss der Ernährung auf die Entstehung von Krampfadern noch nicht bewiesen ist, kann eine schlechte und fettige Ernährung das Risiko durchaus erhöhen. Fett kann sich in Blutgefäßen ablagern und so den Blutfluss beeinträchtigen. Darüber hinaus führt ungesundes Essen zu Übergewicht, welches wiederum ein Risikofaktor ist. Auch auf einschnürende Kleidung wie Kniestrümpfe oder Socken mit sehr engen Gummis können die Blutzirkulation beeinträchtigen.

Akute Hilfe bei Beschwerden

Wer bereits unter den Symptomen und Beschwerden der Varikose leidet, kann einige Dinge unternehmen, um diese zu lindern. Um die Ausbreitung der Varikose zu verhindern, können Extrakte aus Rosskastanie und rotem Weinlaub eingenommen werden. Diese stärken die Venenwende und verhindern damit eine Verschlechterung des Krankheitsbildes. Mit Stützstrümpfen kann ebenfalls eine Verbesserung des Venenstruktur erreicht werden und die Ausbreitung der Krampfadern lässt sich etwas kontrollieren.

So oder so kommen Betroffene bei einer Erkrankung auf längere Sicht nicht um den Besuch beim Arzt herum. Neben den Schönheitsmakeln durch die Varikose, kann eine Ausbreitung der Krankheit auch zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Besonders eine Entzündung der betroffenen Venen ist schmerzhaft und meist nur schwer kontrollierbar. Auf Dauer kann es außerdem zu Geschwüren und Blutgerinnseln kommen, wobei letztere gegebenenfalls sogar lebensbedrohlich sein können.

Die Behandlung bei Arzt und Klinik

Zur Behandlung der Varikose gibt es verschiedene Ansätze. Bei leichteren Formen werden besonders Bewegungstherapien verordnet. Diese verbessern nicht nur akut das Krankheitsbild sondern verhindern auch die Entstehung neuer Krampfadern. Besonders bei Menschen, die sich im Alltag wenig bewegen ist das für eine erfolgreiche Therapie entscheidend. Auch Kompressionstherapien und Kaltwasseranwendungen finden bei der Behandlung ihre Verwendung, können die Beschwerden allerdings lediglich lindern.

Alternativ kommt eine medikamentöse Therapie in Frage. Da diese jedoch ebenfalls nicht zu einer Heilung führen, kommen sie meist nur zur Beschwerdelinderung und Vorbeugung zum Einsatz. Meist kommt auf lange Sicht besonders eine operative Behandlung zum Einsatz. Vor allem bei so genannten Besenreisern aber auch bei sehr schwach ausgeprägter Varikose wird die Lasermethode gerne verwendet. Diese schlägt mit 400 bis 700 Euro zu Buche und muss in der Regel vom Patienten selbst übernommen werden. Dabei werden die betroffenen Venen mit einem Laser behandelt und damit zerstört. Ähnlich funktioniert die Verödung, die günstiger ist und bei der ein chemischer Stoff in die Vene gespritzt wird, der diese zum Verkleben bringt.

Bei stärkeren Formen der Varikose kommen andere Behandlungsmethoden zum Einsatz. Besonders verbreitet ist dabei das so genannte Stripping. Hierbei wird die betroffene Vene vom gesunden Gewebe getrennt und über eine Sonde aus dem Bein entfernt. Diese Behandlung ist effektiv und stellt das Venensystem wieder her. Nach der Operation muss der Patient allerdings für einige Zeit Kompressionsstrümpfe tragen um den Heilungsprozess zu unterstützen. Ähnliche Vorgehensweisen werden bei der Krossektomie verwendet, bei der die erkrankte Venen vom restlichen Venensystem getrennt wird. Damit wird ein weiterer Blutstau verhindert und angrenzende Venen vor der Erkrankung geschützt.

Somit gibt es viele Möglichkeiten um Hilfe bei Krampfadern zu leisten. Neben der richtigen Vorsorge ist der rechtzeitige Gang zum Arzt entscheidend. Anders, als die meisten Menschen annehmen, sind Krampfadern kein reiner Schönheitsfehler sondern können durchaus gefährlich werden. Die rechtzeitige Behandlung ist daher wichtig um längerfristige Beschwerden und Schmerzen zu verhindern.