Zwischen medizinischer und kosmetischer Finger- und Fußnagelpflege gibt es große Unterschiede. Medizinische Fußpflege beispielsweise dürfen nur zertifizierte Fußpfleger oder Podologen ausüben. Bei kosmetischer Nagelpflege liegen die Schwerpunkte in optischen und dekorativen Maßnahmen an gesunden Händen, Finger- und Fußnägeln. Bei der medizinischen Nagelpflege geht es darum, Haut- und Nagelerkrankungen zu erkennen und diese zu beheben. Manchmal ist auch der Fußpfleger der falsche Ansprechpartner und der Betreffende gehört in ärztliche Obhut.

Fußpflege bei Fußproblemen

Unsere Füße tragen uns ein Leben lang und so wundert es nicht, dass dreiviertel der Bevölkerung in Industrieländern an Fußschäden leidet. Die meisten davon sind nicht angeboren, sondern erworben. Wenn wir uns bewegen, dann fast immer nur auf asphaltiertem Boden. Zusätzlich wird die tägliche Hygiene der Füße häufig vernachlässigt. All das zusammen kann gravierende Folgen haben. Fehlbelastungen durch falsches Schuhwerk führt außerdem zu Druckstellen, Schmerzen, Blasen, Hornhaut und Hühneraugen. Die medizinische Fußpflege behandelt eingewachsene Nägel, Holznägel, entfernt Hornhaut, Schwielen und Hühneraugen. Medizinische Fußpflege ist ein echter Heilberuf, der staatlich anerkannt sein muss, um ihn ausüben zu dürfen. Dagegen sind alle Tätigkeiten wie Nägel versiegeln, Fingernägel lackieren oder künstliche Fingernägel aufbringen rein dekorative, kosmetische Maßnahmen. Sie finden auch nur an gesunden Nägeln statt, während medizinische Nagelpflege ihr auch Hauptaugenmerk auf Nagelerkrankungen legt.

Nagelkrankheiten richtig behandeln

Rillen, brüchige Nägel oder Nagelverfärbungen deuten meist auf Nagel- oder Nagelbetterkrankungen hin. Kranke Nägel pflegen braucht Fachkenntnisse und besondere Vorsicht. Veränderungen an den Nägeln oder am Nagelbett sind nicht nur aus optischen Gründen kritisch. Manche von ihnen können völlig harmlos sein, andere jedoch auf große Gesundheitsstörungen hinweisen. In allen Fällen sollten sie vom Hautarzt untersucht werden. Auch allergische Reaktionen auf Nagellack oder Kunstnägel können zu deutlichen Veränderungen am natürlichen Fingernagel führen. Schwarz verfärbte Nägel entstehen meist durch Blutergüsse nach Quetschungen. Weiße Flecken oder Streifen im Fingernagel sind häufig ein Zeichen für Vitaminmangel. Nicht selten allerdings liegt der Grund in einer falsch durchgeführten Maniküre. Das passiert, wenn die Nagelwurzel verletzt wurde oder wenn während des Wachstums Luft im Nagel eingeschlossen wird. Wenn sich der gesamte Nagel verfärbt, kann das auch eine Reaktion auf chemische Substanzen in Putzmitteln, auf Medikamente oder Zeichen eines Vitaminmangels sein. Dahinter stecken jedoch genauso häufig chronische Hauterkrankungen und Stoffwechselstörungen.

So werden Nägel korrekt gepflegt

Unsere Hände sind Blickfang und unsere Visitenkarte. Ihre Pflege sollten wir deshalb keinesfalls vernachlässigen. Ärzte raten grundsätzlich davon ab, die Nagelhaut zu schneiden. Durch die winzig kleinen Verletzungen, die dabei entstehen, können Bakterien ins Fleisch oder den Nagel eindringen und Infektionen verursachen. Vor allem Diabetiker benötigen häufiger medizinische Nagelpflege, da bei ihnen die Entzündungsneigung wesentlich höher ist als bei gesunden Menschen. Wer oft mit Wasser hantiert oder im Garten arbeitet, ist Bakterien stärker ausgesetzt. Im Wasser quillt das Gewebe auf und die Widerstandskraft der Nägel verringert sich. Auch Nagellackentferner enthält Substanzen, die krank machen können. Am besten, man benutzt einen Entferner auf Alkoholbasis, ohne Aceton. Bei häufigem Wasserkontakt und empfindlicher Haut sollte man lieber Handschuhe tragen. Ein simples Hausmittel, das die Nägel kräftigt und medizinische Nagelpflege überflüssig machen kann, ist ein Handbad in Zitronensaft oder Olivenöl. Das tut gut und pflegt.